Zug: Wer von der höheren Prämienverbilligung profitiert

Der Kanton Zug hat am Mittwoch angekündigt, die Prämienverbilligungen zu erhöhen. Er hebt die Beitragssumme um 6 Millionen Franken auf neu insgesamt 66 Millionen Franken an.

Der Kanton Zug schreibt in der Medienmitteilung: «Die obere Grenze für das massgebende Einkommen beträgt neu 90 000 Franken». Dies sind 10 000 Franken mehr als bis anhin.

– schreibt zentralplus.ch am 28.1.2023

Im Kanton Zug ist inzwischen jeder achte Einwohner Millionär

Die beiden Kantone zeigten, dass der Steuerwettbewerb innerhalb der Schweiz gut funktioniere, so Christoph A. Schaltegger, Professor für politische Ökonomie an der Universität Luzern. Er gebe »abgelegenen und strukturschwachen Regionen die Möglichkeit, sich gegen attraktive Ballungszentren zu behaupten«, sagte Schaltegger dem »Blick«.

Als Beispiel führt er das Zürich an. Die Stadt habe viel an Lebensqualität zu bieten. Wenn hier auch noch die Steuern am tiefsten wären, würde kaum mehr jemand in der Zentralschweiz wohnen wollen. »Die Kluft zwischen Stadt und Land würde größer, die Peripherie abgehängt.«

– schreibt spiegel.de am 26.4.2021

So will Zürich den Mindestlohn einführen

Mehr Geld für Working-Poor: In der Stadt Zürich soll künftig ein Mindestlohn von 23.90 Franken gelten. Darauf hat sich eine Mehrheit im Stadtparlament geeinigt. Das letzte Wort dürfte das Volk haben.

– schreibt der tagesanzeiger.ch am 26.1.2023

Kurzfristige Evaluation der Mindestlohneinführung im Kanton Basel-Stadt

Am 13. Juni 2021 hat das Stimmvolk im Kanton Basel-Stadt der Einführung eines kantonalen Mindestlohns von 21 Franken pro Stunde zugestimmt. Welche Auswirkungen die Einführung des Mindestlohns innerhalb des Kantons und auf benachbarte Regionen hat, ist offen. Befürworter der Initiative erhoffen sich eine Verbesserung der finanziellen Lebenssituation von Beschäftigten im Tieflohnsegment, einen Rückgang der Lohnungleichheit und zusätzliche Jobs.

Weiterlesen

Pflegepersonal am Limit – Kommt es jetzt zum Pflexit?

Während der Pandemie war der Tenor in Gesellschaft und Politik einstimmig: Pflegefachleute leisteten eine wertvolle und unverzichtbare Arbeit. In der Coronakrise haben unzählige Menschen in einer gemeinsamen Aktion der Ärzteschaft und dem Pflegepersonal mit einem Applaus gedankt. Auch wenn die Wertschätzung darüber hinaus geblieben ist, suchen Spitäler händeringend nach Pflegefachpersonen. Braucht es jetzt Sofortmassnahmen? Oder beruhigt sich die Lage wieder?

– schreibt srf.ch am 13.1.2023

Alt BR Ruth Dreifuss im Interview

Seit der Neuregelung der Pflegefinanzierung, die 2011 in Kraft trat, beklagen die Kantone eine massive Mehrbelastung durch sogenannte Pflege­restkosten, die u. a. auch die EL belasten (EL als Pflegeversicherung des Mittelstandes). Was wäre dagegen zu tun? Wurden bei der Konzipierung des KVG die Herausforderungen im Pflegebereich nicht genügend erkannt und berücksichtigt?

– fragt das CHSS (die publizistische Plattform des Bundesamts für Sozialversicherungen) am 2.9.2016

Amazon streicht 18’000 Stellen

«Amazon hat in der Vergangenheit ungewisse und unsichere Wirtschaftslagen durchstanden und wird dies auch weiterhin tun», erklärte Konzernchef Jassy im Firmenblog mit Blick auf das angesichts von hoher Inflation und steigenden Leitzinsen schwierige Konjunkturumfeld. Das Führungsteam sei sich im Klaren darüber, wie schwierig die Entlassungen für die Betroffenen seien, und mache sich solche Entscheidungen nicht leicht. Doch der Schritt sei notwendig, um die Kosten zu senken. Amazon hatte bereits im November begonnen, im grösseren Stil Stellen zu streichen. In den Vorjahren gab es wegen des Online-Bestellbooms in der Pandemie eine Einstellungsoffensive.

– schreibt 20min.ch am 5.1.2023

Angestellte der Manor beklagen schlechte Arbeitsbedingungen

Die grösste Warenhauskette der Schweiz leidet unter der Konkurrenz im Ausland und im Netz. Die Personaldecke wurde ausgedünnt. Das spüren die Dagebliebenen – auch im Flagship-Store in der Greifengasse. Das Unternehmen selber dementiert: Es sei alles in Ordnung.

bzbasel.ch (paywall) am 3.1.2023

Pflegende am Limit

Viel Stress und wenig Lohn. Fünf Pflegerinnen und Pfleger erzählen von den prekären Umständen bei ihrer Arbeit und wie sich das auf die Patienten auswirkt.

– schreibt bazonline.ch (paywall) am 19.10.2022

Paketversorgung in der Schweiz gefährdet

Aufgrund des Coronavirus muss das Unternehmen die Päckliflut jedoch mit deutlich weniger Personal bewältigen. 2300 Angestellte waren am Mittwoch krank geschrieben – gemäss NZZ sind 65 davon positiv auf das Coronavirus getestet. Hinzu kommen 2500 Personen, die nicht zur Arbeit können, da sie zur Risikogruppe gehören. … Seit 37 Jahren sei Lehner Kunde der Post. «Doch nun entstehen über Nacht zahlreiche neue Webshops, welche die ganze Postlogistik verstopfen», ärgert sich Meier. Stammkundenpflege stelle er sich anders vor. Lehner vermutet auch eine Ungleichbehandlung: «Werden etwa gewisse Händler priorisiert? Zum Beispiel Anbieter von Nahrungsmitteln oder Medikamenten?» Das dürfe nicht sein. schreibt die bzbasel.ch am 2.4.2020

Taxifahrer sind in jeder Hinsicht Verlierer der Krise

Taxichauffeure sind in der Corona-Krise dem Infektionsrisiko ausgesetzt und warten zum Teil einen ganzen Tag lang vergeblich auf Kunden. Dennoch ist noch gut die Hälfte der Fahrer in Zürich unterwegs. Sie brauchen das Geld. schreibt Michael von Ledebur in der nzz.ch am 13.3.2020

Bundesrat will Lebensmittel-Importe vereinfachen

Gourmet-Fleisch nicht mehr gefragt Im Gegensatz zu Eiern und Butter ist die Nachfrage nach Gourmet-Fleisch wie Kalbfleisch, Gitzifleisch und Edelstücke beim Rindfleisch gesunken. Dieses Fleisch wird normalerweise vor allem in Restaurants konsumiert. Um den Fleischmarkt zu stabilisieren, investiert der Bundesrat drei Millionen Franken für die Einlagerung des Fleisches. Das Geld wird als Nachtragskredit im Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) kompensiert. Zudem verlängert der Bundesrat die Zahlungsfristen und lockert vorübergehend die Bestimmungen für gewisse Kontrolltätigkeiten. Die ergriffenen Massnahmen haben laut Bundesrat zum Ziel die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen und einen Preiseinbruch auf den Märkten mit Folgen für die gesamte Wertschöpfungskette zu verhindern. (sda) htr.ch am 1.4.2020

Coronavirus auf Mega-Baustelle

„Die Basler Pharma-Firma Roche verzeichnet mehrere bestätigte Fälle von Covid-19 auf ihren Baustellen. Trotz Einhaltung aller Vorschriften des Bundesamts für Gesundheit durch Roche fordert die Gewerkschaft Unia nun erneut die Schliessung“ schreibt die bzbasel.ch am 26.3.2020

Bauarbeiter demonstrieren gegen flexiblere Arbeitszeiten

Der momentan gültige Gesamtarbeitsvertrag der Baubranche, der sogenannte Landesmantelvertrag (LMV), läuft Ende Jahr aus. Es braucht einen neuen Vertrag für die 80’000 Bauarbeiter in der ganzen Schweiz. Die Verhandlungen stocken, in bisher sechs Verhandlungsrunden konnten die Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretungen keine Einigung finden.

Weiterlesen

Protesttag der Bauarbeiter in die Nordwestschweiz

Heute am 1. November stehen in der Nordwestschweiz Baustellen still. Über 1000 Bauarbeiter haben ihre Arbeit niedergelegt und sich in Basel zu einer Protestdemonstration versammelt. Sie wehren sich gegen die völlig überrissenen Forderungen der Baumeister nach 12 Stunden-Arbeitstagen und einer 58-Stunden-Woche.

– schreibt die unia.ch am 1.11.2022

Die Schweiz ist ein Scharnierland für internationale Offshore-Geschäfte.

In einer fünfteiligen Serie nehmen sich die Podcast-Macherinnen Laura Bachmann und Vivienne Kuster der grössten internationalen Recherche des letzten Jahres an: der Pandora Papers. Es geht um eine Menge verstecktes Geld und um dubiose Geschäfte. Der Finanzplatz Schweiz spielt bei diesen Enthüllungen eine Schlüsselrolle – dennoch haben sie in der breiten Bevölkerung keine grossen Wellen geschlagen.

schreibt tagesanzeiger.ch am 23.12.2021

Plauderkasse

Im Oktober 2022 lanciert Gsünder Basel mit der Genossenschaft Migros Basel und der TopPharm Apotheke Gellert das Pilotprojekt Plauderkasse. An der Plauderkasse dürfen sich Einkaufende Zeit nehmen, hier herrscht keine Eile. Gleichzeitig haben sie die Möglichkeit, sich mit dem Kassenpersonal auszutauschen. Diese Gesprächsmöglichkeit ist eine persönliche Bereicherung beim Einkaufen und fördert das Gemeinschaftsgefühl und die soziale Teilhabe in der Gesellschaft.

scheibt gsuenderbasel.ch am 6.7.2022

Notstand in der Pflege

Vom Pflegepersonal wird eine riesige Flexibilität erwartet, ebenso die Bereitschaft, den Beruf über das Privatleben zu stellen. Teilweise wusste ich fünf Tage vor Monatsende nicht,

Weiterlesen

Swiss-Kabinenpersonal übt scharfe Kritik am Management

Das Kabinenpersonal stört sich auch daran, dass die Airline keine FFP2-Masken kostenlos zur Verfügung stellt und die Zertifikatspflicht der Passagiere zu wenig streng kontrolliert werde. Hinzu kämen Rapporte von Angestellten über Passagiere, die über längere Zeiträume keine Maske tragen und von schmerzhaften Covid-Tests für die Crew bei der Einreise in China, inklusive Zimmerquarantäne im Hotel.

Weiterlesen

100 Millionäre fordern Vermögenssteuer für Superreiche

Angesichts von Rekordgewinnen der Superreichen im Zuge der Corona-Pandemie haben mehr als 100 Millionärinnen und Millionäre eine dauerhafte jährliche Vermögenssteuer für die Reichsten gefordert. Die Gruppen Patriotic Millionaires, Millionaires for Humanity und Tax Me Now richteten in einem offenen Brief einen Appell an die Regierungen. «Besteuert uns, die Reichen, und zwar jetzt», erklärten sie darin nach Angaben der Nothilfeorganisation Oxfam.

schreibt der tagesanzeiger.ch am 19.1.2022

Bei der Spitex spitzt sich der Personalmangel wegen Corona zu

Der Mangel an Mitarbeitenden macht trotzdem selbst den Spitälern zu schaffen. Die Ausfälle bei den Pflegenden nehmen zu, hiess es etwa bei der Hirslanden-Klinikgruppe.

Noch angespannter ist der Personalnotstand bei der Spitex. Dies auch, weil Patienten zum Teil sehr früh heimgeschickt werden, um die Spitäler zu entlasten. Für die Hauspflege gibt es deswegen mehr zu tun als üblich. Zugleich steht den rund 500 Spitex-Standorten der Schweiz meist weniger Personal zur Verfügung als normal. «Wir haben das Team extra stark aufgestockt, um dem Mehraufwand durch Corona gerecht zu werden. Bislang ist es personalmässig aufgegangen, auch weil die Mitarbeitenden extrem flexibel sind und einspringen, wann immer es geht», sagt Christine Schnyder, Geschäftsführerin der Spitex Linth, dieser Zeitung.

schreibt tagesanzeiger.ch am 12.1.2022

Armut trotz Job: Sie arbeiten für die Katz

In den 1990ern und 2000er Jahren gleiste der Bund massive Sparprogramme bei den Sozialversicherungen, also den Ergänzungsleistungen, der AHV und der IV auf. Resultat: Die Menschen bezogen stattdessen mehr Sozialhilfe.

– schreibt bajour.ch am 14.11.2021

Schlecht behandelt, schlecht bezahlt und rund um die Uhr im Einsatz

Immer weniger Senioren wollen ins Pflegeheim. Dazu beigetragen hat Covid-19. Ein Grossteil der Schweizer Corona-Toten war in Alters-und Pflegheimen zu beklagen, die dann auch noch monatelang abgeriegelt wurden. Die Isolation setzte vielen zusätzlich zu. Als Folge der Misere bleiben nun viele zu Hause, so lange es geht. In den Heimen bleiben viele Zimmer leer.

Weiterlesen

Frauen verdienen am Kantonsspital Baselland weniger

Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern beträgt beim Kantonspital Basel-Landschaft 5,2 Prozent. Die Geschäftsprüfungskommission des Baselbieter Landrats fordert nun eine Analyse der nicht erklärbaren Situation.

Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern beträgt beim Kantonspital Basel-Landschaft 5,2 Prozent. Die Geschäftsprüfungskommission des Baselbieter Landrats fordert nun eine Analyse der nicht erklärbaren Situation.

Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern am Kantonsspital Basel-Landschaft sei eine «unerklärte Lohndifferenz», steht im Bericht der landrätlichen Geschäftsprüfungskommission GPK vom Mittwoch. Die GPK fordert deshalb eine genaue Analyse und Massnahmen, damit der Lohnunterschied von 5,2 Prozent beseitigt werde.

Welche Berufsgruppen wie stark von Lohnunterschieden betroffen seien, müsse erst noch abgeklärt werden, steht im GPK-Bericht. Zum Kantonsspital Basel-Landschaft zählen die drei Spitäler in Liestal und Laufen sowie auf dem Bruderholz.

bazonlinc.ch am 20.10.2021

Pflegefachpersonen drehen ihrem Beruf seit Covid oft den Rücken zu

Die Pandemie hat die angespannte Personallage in Berner Spitälern zusätzlich verschärft. Seit Anfang September fiel in den STS-Spitälern Thun und Zweisimmen täglich mindestens eine Person wegen Quarantäne oder einer Covid-Erkrankung aus. Weil daneben auch mal Mitarbeitende wegen Unfall, Krankheit oder Schwangerschaft ausfallen, stehe die Spitalleitung derzeit vor grossen Herausforderungen, sagt STS-Sprecherin Marie-Anne Perrot: «Trifft der Covid-bedingte Ausfall ein kleines Team oder spezialisierte Bereiche, wird es rasch eng.» […]

Die Folgen seien zusätzliche Schichten und Überstunden für das übrige Personal. Weil das Pflegepersonal die volle Härte der Pandemie zu spüren bekomme, habe sich die Stimmung bei Betroffenen im Vergleich zu vor der Pandemie gewandelt: «Die Ermüdung und die Enttäuschung sind inzwischen gross.» Entsprechend hoch ist die Zahl der Abgänge bei den Spitaleinrichtungen: 46 Prozent des Pflegefachpersonals springen vor der Pensionierung ab, ein Drittel aller Aussteigerinnen und Aussteiger tut dies noch vor dem 35. Lebensjahr. Bei der Berner Sektion des Berufsverbandes der Pflege spricht man von einer «Negativspirale».

– schreibt 20min.ch am 19.9.21

Ausgerechnet bei der Pflege alter Leute gilt die Zertifikatspflicht nicht.

Häufig leidet sie unter Atembeschwerden. Zudem ist sie gehbehindert. Für die 71-jährige Kathrin Meier (Name geändert) ist Covid-19 besonders gefährlich. Bereits im Frühjahr liess sie sich deshalb impfen. Wenn sie mit Freundinnen oder der Familie zusammensitzt, dreht sich das Gespräch ständig um das Thema: Wer hat wann welchen Wirkstoff erhalten? Zweimal täglich kommt bei ihr in der Zürcher Wohnung die Spitex vorbei. Doch da ist ein solcher Small Talk nicht möglich.

Für die meisten Kantone besteht kein Handlungsbedarf: «Uns sind keine Ansteckungen im Rahmen von Spitex-Dienstleistungen bekannt, weshalb hier auch keine weiteren Massnahmen nötig sind», heisst es aus Zug: «Die Spitex-Mitarbeitenden sind allesamt gut geschult und sensibilisiert und nehmen ihre Verantwortung gegenüber den Kundinnen und Kunden sehr gut wahr.»

– schreibt Catherine Boss für bazonline.ch am 16.9.2021

Tausenden Schweizer Rentnern fehlt das Geld für die Betreuung

Ohne Hilfe im Alltag droht einer halben Million Menschen Vereinsamung und Verwahrlosung. Eine Studie zeigt, wo es harzt, welchen Support es braucht und wie er finanzierbar wäre.

[…]

Die Studie geht davon aus, dass ein Teil der zusätzlichen Betreuungskosten vom Staat getragen werden muss. Denn auch Rentnerinnen und Rentnern mit tieferem Einkommen müsse ein «würdiges Leben im Alter» ermöglicht werden. Die Studie erörtert mehrere Finanzierungsvarianten, davon sieht eine die Vergütung der Betreuungskosten durch die Ergänzungsleistungen (EL) vor. Dadurch werden nur Personen Betreuungsgeld erhalten, die gewisse Einkommens- und Vermögensgrenzen nicht überschreiten.

Ein anderer Vorschlag sieht sogenannte Betreuungsgutscheine vor, die nach einer Abklärung des Bedarfs ausgerichtet werden. Die Gutscheine gibt es nur, wenn gewisse Einkommens- und Vermögensgrenzen nicht überschritten werden. Möglich wäre aber auch eine Anstossfinanzierung von Institutionen durch den Bund und die weitere Finanzierung der Betreuungsdienste durch die Kantone.

Eine dritte Variante sind vergünstigte Tarife für Personen mit einem Betreuungsbedarf und gleichzeitig eine staatliche Finanzierung von Organisationen, die die Betreuung anbieten.

– schreibt der tagesanzeiger.ch am 3.9.2021

Riehen streicht Spitex-Haushaltshilfe-Subvention

Bisher unterstützte die Gemeinde Riehen die ärztlich verschriebene Haushaltshilfe durch die Spitex Riehen-Bettingen mit rund 28 Franken pro Stunde. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Patientinnen und Patienten finanziell auf diesen Zustupf angewiesen waren.

Weil Bezügerinnen und Bezüger von Ergänzungsleistungen seit Anfang Jahr bis zu 50 Franken pro Stunde an die verschriebene Haushaltshilfe bezahlt bekommen, wird die Gemeinde Riehen ab dem 1. Januar 2022 auf die Subventionierung nach dem Giesskannen-Prinzip verzichten, teilte die Gemeinde am Donnerstag mit.

Dies auch, weil die Subventionierung nur eines Anbieters nicht mehr vertretbar sei. Riehen gab bisher jährlich 460’000 Franken für die Haushaltshilfe der Spitex Riehen-Bettingen aus.

– schreibt bzbasel.ch am 8.7.2021

Krank gespart…

Fast täglich passiert bei der Pflege ein tödlicher Fehler, der vermeidbar gewesen wäre. Der Grund: Das Personal ist überlastet. Seit Jahren wird der Pflegenotstand angeprangert. Warum tut sich nichts?

– fragt beobachter.ch am 1.7.2021

Initianten halten an Pflegeinitiative fest

Eine Milliarde Franken wollen Bund und Kantone während acht Jahren aufwerfen, damit in der Schweiz mehr diplomiertes Pflegepersonal ausgebildet wird. Zudem können Pflegefachleute künftig gewisse Leistungen direkt mit den Krankenkassen abrechnen. Dieses Angebot des Parlaments in Form eines indirekten Gegenvorschlags genügt den Urhebern der Pflegeinitiative allerdings nicht. Sie gehen mit ihrer Initiative vors Volk, weil das Parlament wenig zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen gemacht habe.

Weiterlesen

Darum bekommen Krankenpfleger und Ärztinnen keinen Corona-Bonus

Die Basler Regierung möchte keinen kantonalen Corona-Bonus an das Gesundheitspersonal ausrichten, wie dies mit einer Motion im Grossen Rat eingefordert worden ist. Der Kanton habe keine Arbeitgeberrolle bei den betroffenen Institutionen, führt sie als Begründung auf. […]

Dem Kanton habe bei den betroffenen Leistungserbringern keine Arbeitgeberrolle, stellt die Regierung fest. Deshalb bestehe auch keine gesetzliche Grundlage dafür, einen kantonalen Corona-Bonus auszurichten. Diese Rolle obliege den entsprechenden Führungs-und Leitungsgremien der Gesundheitsinstitutionen.

Und diese hätten bereits Anerkennungsmassnahmen zu Gunsten des Personals ergriffen, heisst es weiter. Insgesamt seien 2020 unter anderem Einzel- und Teamprämien, Ferientage sowie Gutscheine im Gesamtwert von 2,7 Millionen Franken ausgerichtet worden. Und man habe Vertrauen in die Institutionen, dass sie die Leistungen ihres Personals weiterhin zu würdigen wüssten.

Als zweites Argument gegen die Ausrichtung eines Bonus führt die Regierung die Verhältnismässigkeit ins Feld. Das Gesundheitspersonal sei unterschiedlich stark betroffen gewesen: Während es auf der einen Seite zu starken Belastungen gekommen sei, hätten andere Angestellte Minusstunden und Kurzarbeit hinnehmen müssen.

– schreibt die bazonline.ch am 18.6.2021

Kanton will Rohner-Baustelle nicht schliessen

Eigentlich ist es paradox: Sowohl der Kanton Baselland als auch die Sozialpartner, welche die Baustellenkontrollen durchführen, sind sich einig, dass die mutmasslichen Verstösse gegen das Arbeitsgesetz auf der Baustelle des ehemaligen Rohnerareals in Pratteln gravierend sind. Dennoch kommen sie zu unterschiedlichen Urteilen, wie sie heute Freitag getrennt voneinander bekannt gaben: Das Kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (Kiga), kommt aufgrund seiner Abklärungen zum Schluss, dass die Bauarbeiten am Bau 40 nicht eingestellt werden müssen. Die gesetzlichen Voraussetzungen seien nicht erfüllt, da das beschuldigte Unternehmen Gerritsen keine «Verweigerungshaltung» einnehme.

schreibt die bzbasel.ch am 4.6.2921

Putzen unter dem Mindestlohn

23 Franken sind auch dem Kanton zuviel, einem Arbeitgeber mit Steuereinnahmen von rund 2 Mia. Franken. Er beschäftigt Angestellte unterhalb des geforderten Mindestlohns.

schreibt bazonline.ch (Paywall) am 26.4.2021

Coronaviren in Kläranlagen

Es gibt zu wenige Tests oder nicht erwünscht. Was ist richtig?

– Schweizer lassen sich wenig testen, Coronaviren in Kläranlagen bazonline.ch (Paywall) am 20.4.2021

Auf Lohn verzichten und trotzdem verbilligte Prämien – wie ist das möglich?

Der grundsätzliche Anspruch auf Prämienverbilligung ist auf Bundesebene geregelt, die detaillierte Ausgestaltung der Umsetzungspraxis liegt in den Händen der Kantone. Das heisst: Es gibt 26 verschiedene Lösungen, die sich etwa punkto Anspruchsberechtigung oder Höhe der Verbilligung unterscheiden. Das macht insofern Sinn, als zum Beispiel die Krankenkassenprämien nicht überall in der Schweiz gleich hoch sind. Die Kosten tragen Bund und Kantone gemeinsam, einige zeigen sich jedoch knausriger als andere Kantone.

– schreibt der tagesanzeiger.ch (Paywall) am 6.4.2021
Weiterlesen

Fiktive Löhne führen zu Rentenkürzungen

Im Februar 2019 passierte das Malheur. Auf dem Weg in den Restaurantkeller stürzte der Casserolier auf der Treppe unglücklich, verdrehte sich die Wirbel und wurde bis vergangenen Juni ausser Gefecht gesetzt. Inzwischen hat sich sein Gesundheitszustand verbessert. Die Mediziner attestieren ihm eine Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent. Pfannen, die mehr als fünf Kilogramm wiegen, darf Achmed nicht mehr heben. Das Tragen von Getränkeharassen ist nicht mehr möglich. Man findet: Achmed könne Kontroll-, Sortier- oder Überwachungstätigkeiten meistern, und wenn Achmed das ohne Stress und Hektik möglich wäre, solle er sogar 100 Prozent arbeiten.

Nun geht die IV-Stelle in Basel davon aus, dass ein potenzieller Arbeitgeber einen solchen teilinvaliden, ungebildeten Mann aus der Türkei anstellen würde. Und ihm dafür einen Jahreslohn von 64’088 Franken zahlen würde. Der Wert des Mannes auf dem Arbeitsmarkt als Teilinvalider gegenüber seiner früheren gesunden Phase steigt gemäss IV auf dem Arbeitsmarkt um satte 39 Prozent.

– schreibt bazonline.ch (Paywall) m 5.4.2021

Altersheime machen den Behörden schwere Vorwürfe

In der Pandemie sollten die Alters- und Pflegeheime eigentlich besonders geschützt werden. Nun zeigt eine grosse Umfrage das Gegenteil: Viele Heime fühlen sich von den Behörden im Stich gelassen oder sogar schikaniert.
[…]
Mit ihrer Kritik ist sie unter den Heimleiterinnen und Heimleitern in der Schweiz nicht allein. Dies zeigt eine grosse Umfrage des Recherchedesks der Tamedia bei rund 1400 Alters- und Pflegeheimen. Sie wurden von den zwei Corona-Wellen im vergangenen Frühjahr und Herbst besonders hart getroffen. Etwa die Hälfte der über 10’000 Corona-Toten in der Schweiz starben in Heimen. Viele infizierte und nicht infizierte Bewohnerinnen und Bewohner mussten wochenlang in vollständiger Isolation leben. Wie kamen sie damit zurecht? Hätte die Abschottung vermieden werden können? Und wie erging es dem Personal?

– schreibt der tagesanzeiger.ch (Paywall) am 6.4.2021

Wie hoch ist der Anteil Ansteckungen bei Bewohnern und Pesonal in Ihrem Heim?

In ihrer verzweifelten Situation erhofften sich die Alters- und Pflegeheime in der zweiten Welle Hilfe von der Armee. Sie hatten um personelle Unterstützung angesucht, weil viele Mitarbeitende wegen Covid-Erkrankungen oder Quarantäne ausfielen. Doch sie warteten vergeblich.

In der ersten Welle kamen Angehörige der Armee sowohl in Spitälern als auch in Altersheimen zum Einsatz. Dabei wussten die Spitäler oft gar nicht, wie sie die im Umgang mit Patienten unerfahrenen Hilfskräfte einsetzen sollten. Im Buch «Lockdown» des Recherchedesks von Tamedia erzählt ein Soldat, wie seine Kameraden und er die Zeit im Assistenzeinsatz totschlugen und im Luzerner Spital versuchten, den Profis zumindest nicht im Weg zu stehen.

Trotz solcher Erfahrungen wurde im Herbst 2020 der Einsatz der Soldaten auf die Spitäler beschränkt. Die Altersheime gingen leer aus. Als Begründung beruft sich heute ein Sprecher des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) auf das Militärgesetz: Um Leistungen der Armee könne nur ersucht werden, wenn keine zivilen Behörden zur Verfügung stünden. In der zweiten Welle habe sich herausgestellt, dass Zivilschutz, Zivildienst oder Rettungsorganisationen ausreichend Kapazitäten hätten, um in den Altersheimen auszuhelfen.

Dieser Entscheid des Bundesrats wurde in der Wintersession 2020 vom Parlament abgesegnet. Allerdings gab es im Nationalrat auch Widerstand. So klagte Léonore Porchet, Nationalrätin der Grünen aus dem Kanton Waadt, dass die Situation dramatisch sei und «die Altersheime unsere Hilfe brauchen, für das Personal und die Bewohner». Der Bundesrat habe aber offenbar andere Prioritäten.

Bundesrätin Viola Amherd wies in der Session diesen Vorwurf als «an den Haaren herbeigezogen» zurück. Die Reaktionen aus der Altersheim-Umfrage geben der Waadtländer Nationalrätin nun recht. Weil der Armeeeinsatz in Altersheimen nicht bewilligt wurde, «waren unsere gesunden Mitarbeitenden am Anschlag respektive über der Belastungsgrenze im Einsatz», schreibt ein Heimleiter aus dem Kanton Graubünden.

Die Heime erhielten keine zusätzlichen Mittel. Gleichzeitig seien sie angewiesen worden, Bewohnerinnen und Bewohner nur im Notfall ins Spital zu bringen, antwortet eine Heimleitung aus dem Kanton Bern: «Das ist eine krasse Diskriminierung.» Aus der Innerschweiz kommt die Antwort, dass ein Heim Hilfe durch den Zivilschutz angefordert, der kantonale Krisenstab jedoch abgelehnt habe. «Das fanden wir sehr stossend. Von der Gemeinde wurden wir jedoch sehr gut unterstützt.»

Tanzstudios fordern Hilfe

Die meisten Tanzstudios finanzieren sich über die Beiträge der Tanzlehrerinnen und Tanzlehrer. Diese bezahlen regelmässig eine Miete für die Räumlichkeiten, um dort ihre Unterrichtsstunden abzuhalten. Doch auch deren finanzielle Situation ist durch die aktuellen Coronamassnahmen bedroht. «Sie erwarten spätestens jetzt den Erlass ihrer Mieten, da ihre finanziellen Reserven aufgebraucht sind», schreibt Dominique Cardito, die Präsidentin des Tanzbüro Basel, in einem offenen Brief der Tanzlehrerinnen und Tanzlehrer sowie der Studios. Das Schreiben richtet sich an die Regierungen von Basel-Stadt und Baselland.

– schreibt die bzbasel.ch am 24.3.2021

Prämienverbilligung wird zum Dauerthema

Für SP-Landrat Adil Koller ist klar: Punkto Krankenkassenprämien ist Baselland einer der schlechtesten Kantone in der Schweiz. «Viele Familien müssen deutlich mehr Geld für die Krankenkassenprämien aufwenden als für die Steuern.»

Und dieses Thema, so der Münchensteiner, lasse sich nicht dadurch erledigen, dass man Postulate zur Verbesserung der Prämienbeihilfen einfach abschreibe. Weiterlesen

Bis im Sommer soll die Schweiz einen fälschungssicheren Impfnachweis haben

Für die Geimpften soll im Sommer ein einheitliches Zertifikat zur Verfügung stehen, erklärte BAG-Direktorin Anne Lévy. Dieses soll international anerkannt sein, um Reisen zu ermöglichen, und zudem fälschungssicher. Da es keine gesetzliche Grundlage für ein zentrales Impfregister gibt, liege es bei der geimpften Person selbst, den Nachweis entweder in Papierform oder auf dem Handy aufzubewahren. Offen sei, ob mit dem Impfnachweis weitere Erleichterungen, beispielsweise für Veranstaltungen, möglich sind. «Das ist eine politische Diskussion, die noch geführt werden muss», so Anne Lévy.

Für Furore gesorgt hat am Dienstag ein Datenleck auf der Plattform www.meineimpfungen.ch, die unter anderem mit Beteiligung des BAG einen elektronischen Impfpass für die Coronaimpfung anbietet. Ein Artikel im Online-Magazin Republik zeigte grosse Sicherheitsmängel auf, die Impfdaten etwa seien «offen wie ein Telefonbuch» zugänglich gewesen. Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte hat daraufhin ein formelles Verfahren eröffnet.

– schreibt die bzbasel.ch am 24.3.2021

Gelder aus dem ZKB-Fonds statt Sozialhilfe

Finanzdirektor Ernst Stocker (SVP) vermeldet, dass er die Frist, während der Gemeinden Gelder aus dem ZKB-Jubiläumsfonds beantragen können, bis Ende September verlängert. Die Meldefrist ist Ende Dezember abgelaufen.

Aus diesem Fonds stehen 15 Millionen Franken für in Not geratene Selbstständigerwerbende zur Verfügung. Bisher wurden rund 12,7 Millionen an die Gemeinden überwiesen, wie die Finanzdirektion am Freitag mitteilte. Massgebend für die Zuteilung ist die Bevölkerungszahl. Bisher haben 51 von 162 Kommunen noch keine Gelder aus diesem Fonds bezogen. Doch sei unlängst neuer Bedarf gemeldet worden.

Diese Mittel sollen dazu beitragen, dass durch die Corona-Massnahmen in finanzielle Not geratene Selbstständigerwerbende nicht Sozialhilfe beanspruchen müssen. (net)

– schreibt der tagesanzeiger.ch am 19.3.2021

Zürcher Pflegeheim bevorzugt geimpftes Personal

«Wir stellen nicht ausschliesslich Geimpfte an. Das erlaubt der Arbeitsmarkt nicht.» Ob eine Person sich impfen lässt, ist laut Späth bloss ein Kriterium im Bewerbungsverfahren. Im Fall von mehreren Bewerberinnen und Bewerbern würden Geimpfte jedoch bevorzugt.

– berichtet der tagesanzeiger.ch am 10.3.2021

Während der Druck auf das Personal gross ist, stehen im Arbeitsalltag Schnelltest nicht zur Verfügung.

Grosser Rat will Corona-Bonus für Pflegepersonal

Das Spitalpersonal und Angestellte von Alters- und Pflegeheimen sollen einen Corona-Bonus erhalten. Dies hat eine grosse Mehrheit des Basler Parlaments entschieden. Wie hoch dieser Bonus ausfällt, ist allerdings noch unklar.

– schreibt srf.ch (Audio) am 18.3.2021

Statt Applaus soll es fürs Basler Pflegepersonal einen Bonus geben

Die zusätzliche Arbeit sei auf verschiedenen Ebenen angesiedelt. Einerseits brauche es eine grosse Flexibilität, denn es komme immer wieder vor, dass man auf einer unterbesetzten Station aushelfen müsse. Andererseits kommen mit den ständigen Entwicklungen auch ständig neue Informationen und Weisungen, die man sich merken müsse. «Und all das geschieht ja im selben Arbeitszeitfenster wie vorher», so Stocker. Obwohl sie nicht grundsätzlich Angst vor einer dritten Welle hat, sei es schwierig für das Pflegepersonal, wenn es keine Zeit gibt, sich zu erholen oder zwischenzeitlich in den Normalbetrieb zurückzukehren.

Mit dem geforderten Coronabonus sollte deshalb «seitens Politik ein klares Signal und eine Wertschätzung an die Mitarbeitenden» gesendet werden, heisst es in der Motion. Dieser Meinung ist auch Regierungsrat Lukas Engelberger (Die Mitte). Er sagte vor dem Grossen Rat: «Auf dem Gesundheitspersonal liegt wohl die grösste Last der Pandemie.»

schreibt die bzbasel.ch am 17.3.2021

Lohndumping im Basler Detailhandel

Um das Lohndumping zu stoppen, beantragt die TPK einen Normalarbeitsvertrag (NAV) für den Detailhandel. Darin sind Mindestlöhne definiert. Die Basler Regierung befürwortet das Anliegen und hat den Antrag diese Woche in Vernehmlassung geschickt.

– schreibt die bzbasel.ch am 21.8.2016

SIX-Präsident warnt vor Spaltung der Schweizer Wirtschaft

Thomas Wellauer, Präsident der Schweizer Börse SIX und Vorstandsmitglied bei Economiesuisse, ist besorgt darüber, dass die Schweizer Wirtschaft bei wichtigen politischen Themen nicht mehr geschlossen auftritt. Die Schweiz setze ihr Erfolgsrezept aufs Spiel.

Differenzen zwischen einzelnen Branchen und Unternehmen habe es zwar schon immer gegeben, sagte Wellauer in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Aber die Vehemenz der Diskussionen und die Unterschiedlichkeit der Interessen hätten stark zugenommen.

– schreibt der tagesanzeiger.ch am 24.1.2021

Ein Augenschein auf Zürcher Baustellen.

Während der Grossteil der Schweiz seit Wochenbeginn im Homeoffice sitzt, müssen die Arbeiter am Bau weiterschuften. Und das unter prekären Bedingungen – daran ändern auch die verschärften Corona-Massnahmen des Bundes nichts: Zu wenig Toiletten, enge Räume und die allgegenwärtige Angst vor dem Jobverlust machen einen adäquaten Schutz vor einer Ansteckung fast unmöglich. Das zeigt ein Augenschein auf mehreren Baustellen in Zürich.

Auf einer Baustelle im Norden der Stadt gibt es für gut hundert Arbeiter gerade mal drei Toitoi-WCs. «Die Situation ist katastrophal. Seit drei Monaten sagen wir das mit den sanitären Anlagen, und es tut sich nichts», erklärt einer von ihnen. Dabei ist die Vorgabe klar: Der Landesmantelvertrag für das Bauhauptgewerbe schreibt pro 20 Arbeitnehmende einen Abort vor. Für 100 Arbeiter müssten also mindestens 5 Toiletten aufgestellt werden. Zudem sind viele der WCs verdreckt. Grund für die prekären Zustände ist nach Einschätzung der Arbeiter, dass sich angesichts der vielen Subunternehmer auf grossen Baustellen niemand für die Sanitäranlagen verantwortlich fühlt.

–  schreibt der tagesanzeiger.ch vom 19.1.2021

Bundesrat lässt tausende Firmen im Stich

Wie viele Firmen zwischen Stuhl und Bank fallen, kann Verbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler nicht sagen. Ein Blick ins Handelsregister hilft weiter: Genau 39’174 Firmen wurden von März bis Dezember 2020 gegründet. Davon sind gemäss einer Hochrechnung von Michele Blasucci, der mit seiner Firma Startups.ch die grösste Schweizer Onlineplattform für Firmengründungen betreibt, rund 6000 Betriebe im Gastgewerbe, im Fachhandel, im Sport-, Event- und Kulturbereich von der jetzigen Zwangsschliessung betroffen. Trotzdem erhalten sie keine Hilfe.

– schreibt die Sonntagszeitung.ch am 17.1.2021

Das ändert sich bei den EL ab 2021

328’000 Menschen brauchen Unterstützung. Seit dem Jahr 2000 hat sich der Bezug von Ergänzungsleistungen mehr als verdoppelt – auf fünf Milliarden Franken. Die Anzahl Bezügerinnen und Bezüger ist von 203’000 auf 328’000 gestiegen. Eine weitere Zunahme ist zu erwarten, weil die Menschen im Schnitt immer älter werden. Das Bundesamt für Sozialversicherungen rechnet für 2030 mit Ausgaben von 6,9 Milliarden Franken.

– schreibt der beobacher.ch am 14.08.2020

Wie lange werden die 2,5 Milliarden Franken reichen? Nun verlangen auch bürgerliche Politiker einen Ausbau der Härtefallhilfen

Der Wind hat gedreht. Auch bürgerliche Parlamentarier sprechen sich mittlerweile für einen Ausbau der staatlichen Härtefallhilfen in der Corona-Pandemie aus. Betriebe, die auf Befehl der Behörden schliessen müssen oder anderweitig unter der Krise leiden, sollen nicht nur schneller und einfacher zu Geld kommen, sondern auch mehr davon erhalten – so lässt sich der Appell der Wirtschaftskommission des Nationalrats vom Dienstag zusammenfassen. Konkrete Entschlüsse konnte sie keine fassen, stattdessen hielt sie ihre Wünsche in einem einem Brief fest.

– schreibt die nzz.ch (paywall) am 12.1.2021

«Ein gesetzlicher Mindestlohn ist unsozial»

Eine Initiative in Basel fordert einen allgemeinen Brutto-Mindestlohn von 23 Franken die Stunde. Der Regierungsrat findet, 21 Franken tun es auch. Am Mittwoch redet der Grosse Rat darüber, Wirtschaftsverbände haben ihren Widerstand angekündigt. Muss ein Lohn nicht mehr zum Leben reichen? Arbeitgeberdirektorin Saskia Schenker nimmt Stellung.

– schreibt bajour.ch am 11.1.2021

Es ist Zeit, für die Freiheit der Kunst einzustehen

Vorbild soll die Kultur sein, wieder einmal, und das bekommt ihr nicht. Diesmal soll sie ein Vorbild sein im Verzicht: Theater und Museen schlossen früh. Nicht weil man sich dort besonders leicht infizieren könnte – auch bei Hygienekonzepten waren die Kultureinrichtungen vorbildlich, der Sicherheitsabstand funktionierte hier um einiges besser als in den länger geöffneten Geschäften und Fitnessstudios. Museen und Theater sind dicht, damit sich die Menschen insgesamt weniger bewegen und begegnen, und auch deshalb, weil sich hier so einfach durchregieren lässt.

Solange das ganze Land stillsteht, mag das angehen. Was aber, wenn die Maßnahmen wieder schrittweise gelockert werden – wann ist dann die Kultur dran? Nach den Friseuren, Bordellen, Bars, als Letzte also? Weil die Kultur ja, wie es etwa Kanzleramtsminister Helge Braun ausdrückte, zum „Freizeitbereich“ gehört, der nachrangig zu behandeln ist gegenüber Geschäftsinteressen und schulischer Bildung?

Hört man die Politiker reden, liest man die Verordnungen der Länder, verfestigt sich der Eindruck: Die Verantwortlichen wissen gar nicht, was sie an der Kultur haben. Sie scheinen in ihr einen im Ernstfall verzichtbaren Luxus zu sehen. Das verkennt dreierlei: Erstens ist die Kunstfreiheit im Grundgesetz geschützt, sie auszutrocknen durch Aufführungsverbote, verbietet sich auf Dauer. Zweitens dienen Museen und Konzerthäuser außer dem Vergnügen der allgemeinen Bildung, was sie auf eine Stufe mit Bibliotheken oder Universitäten stellt. Drittens hängen Millionen Arbeitsplätze an der Kulturbranche – viele davon ohne Tarifverträge und Chance auf Kurzarbeit.

– schreibt die sueddeutsche.de am 1.1.2021

Die Kurzarbeit dürfte die ALV auch 2021 Milliarden kosten

Das Parlament hat diese Woche die Kurzarbeitsentschädigungen weiter ausgebaut. Die Arbeitslosenversicherung wird durch die Pandemie auch 2021 noch stark belastet. Ohne weiteren Bundeszuschuss ginge dies zulasten der Sozialpartner.

– schreibt die nzz.ch am 16.12.2020

Angriff auf kantonale Mindestlöhne

Bereits in vier Kantonen wurden Mindestlöhne per Volksabstimmung eingeführt. Diese liegen teilweise über den Mindestlöhnen in Branchen mit einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV). Bürgerliche Parlamentarier wollen die Kantone nun per Bundesgesetz ausbremsen.

– schreibt die bzbasel.ch am 4.1.2021

Noch kein Geld aus der ersten Welle, schon folgt die nächste: Die Kultur sieht sich auf der Opferbank

Anderswo warten die Betriebe gebannt auf die kommenden Entscheide von Bund und Kantonen. Da und dort sehnen einzelne Kulturbetriebe sogar ein Tätigkeitsverbot herbei, weil erst so das ­Kriterium zur Beantragung von Staatshilfen, Ausfallentschädigungen, erfüllt wird. Die Rechnung ist einfach: Mit staatlichen Geldern fahren die Betriebe besser als mit dem verordneten eingeschränkten Betrieb mit weniger Zuschauern, weniger Vorstellungen und aufwendigeren Reinigungsarbeiten. WERBUNG

Was fast alle Kulturbetriebe bestätigen: Mit dem explosionsartigen Anstieg der Ansteckungszahlen hat das Publikumsinteresse deutlich abgenommen. Die zweite Welle vermiest ein Geschäft, das wegen der Einschränkungen ohnehin kaum kostendeckend ist. Staatshilfen wären willkommen.

– schreibt das tagblatt.ch am 28.10.2020

Implenia streicht 250 Stellen in der Schweiz

Durch die Konzentration auf das Kerngeschäft und einen Abbau der Vermögenswerte um etwa 20 Prozent soll das Unternehmen nun saniert werden. Bereits im nächsten Jahr soll die Implenia wieder mehr als 200 Millionen Franken Gewinn abwerfen.

Für 2020 rechnet die Implenia mit einem Verlust von 70 Millionen Franken. Allein die Auswirkungen der Coronakrise kosteten das Unternehmen 50 Millionen Franken. «Verschiedene Geschäftsbereiche, die nicht strategisch oder profitabel sind oder nicht zum Kerngeschäft gehören, werden veräussert oder aufgegeben», heisst es in der Mitteilung. Die Implenia wolle sich damit auf das Geschäft mit sicheren Margen konzentrieren.

Hintergrund sind unter anderem Rechtsstreitigkeiten. Vor 2019 sei die Transparenz innerhalb der Implenia-Gruppe gering gewesen und es habe Schwächen bei der operativen Führung gegeben, räumt der Konzern ein. Bei einer Neubewertung der Risiken habe sich gezeigt, dass Forderungen und Rechtsstreitigkeiten in der Vergangenheit zu optimistisch bewertet worden seien. Die Folge: Ausserordentliche Wertberichtigungen in der Höhe von 200 Millionen Franken.

– schreibt die luzernerzeitung.ch am 28.10.2020

Härtefall-Regelung erst 2021, das ist ein Hohn

Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), sagte dazu an einer Medienkonferenz am letzten Dienstag: «Die Härtefallregelung ist noch in Erarbeitung. Es wird sehr rasch eine Vernehmlassung geben, damit das sehr rasch in Kraft treten kann.»

Auf die Frage, wie schnell «sehr rasch» sei, meinte sie: «Das Parlament beschloss diese Regelung im September, das Geschäft war Ende September in Kraft. Wir gehen davon aus, dass die Verordnung Anfang Februar 2021 in Kraft treten kann. Dann müssen die Kantone die Bestimmungen aber auch noch umsetzen.»

Das stösst den Grünen sauer auf. «Das Parlament hat sich in der Herbstsession klar für eine Härtefallregelung ausgesprochen», sagt Präsident Balthasar Glättli. «Dass Bundesrat Parmelin nun die Arbeit verweigert, ist angesichts der zweiten Welle doppelt unverantwortlich. Eine Verordnung erst im neuen Jahr – das ist ein Hohn!»

Die Situation werde nochmals ernst, sagt auch CVP-Nationalrat Fabio Regazzi. «Es braucht zusätzliche Hilfe für gewisse Unternehmen und Branchen.» Vor allem die Hotellerie in den Städten, die Gastrobetriebe und die Exportindustrie stünden unter Druck. Geschehe nichts, «bezahlen wir das mit vielen Arbeitslosen». Es brauche auch zusätzliche finanzielle Hilfen.

– schreibt die bzbasel.ch am 26.10.2020

Die Party ist vorbei

Im Frühling stand der selbständige Tontechniker bereits einmal an diesem Punkt. Doch im April beschloss der Bundesrat die Corona-Erwerbsersatzentschädigung, wovon auch er Gebrauch machen konnte und so finanzielle Unterstützung erfuhr. «Nur mit der Unterstützung vom Bund, einigen neuen Streaming-Jobs und unseren Ersparnissen war es uns möglich, den Sommer gut zu überstehen.» Am 16. September jedoch lief diese Verordnung aus. Seither haben Selbständige wie Kündig keinen Anspruch mehr auf Erwerbsersatz.

– schreibt beobachter.ch am 23.10.2020

«Mit der Schweiz bin ich fertig»

Mehrere Altenbetreuerinnen blieben während des Lockdown bei ihren Klienten und arbeiteten 12 Stunden täglich. Nun erzählen sie, wie sie gedemütigt und um ihren Lohn gebracht wurden.

– schreibt der tagesanzeiger.ch am 17.10.2020

Mehr Geld für die Miete, strengere Regeln beim Vermögen

Wer mit seiner Alters- oder Invalidenrente finanziell nicht über die Runden kommt, hat Anspruch auf Ergänzungsleistungen (EL). Im Jahr 2019 waren rund 340’000 Rentnerinnen und Rentner auf EL angewiesen. Die Zahl ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. An dieser Entwicklung dürfte sich wegen der steigenden Lebenserwartung und des zunehmenden Pflegebedarfs in absehbarer Zeit kaum etwas ändern. Um das Kostenwachstum für die EL zu beschränken, hat das Parlament nebst wenigen Verbesserungen beschlossen, den Zugang zu den Ergänzungsleistungen einzuschränken. Dies soll Einsparungen von mehreren Hundert Millionen Franken bringen.

– schreibt der tagesanzeiger.ch am 13.10.2020

«Wer etwas anderes findet, der geht»

Neben dem Kostendruck, unter dem die Pflegebranche generell leide, sei die eigentliche Quelle des Übels das Haus Schlossacker. Es wurde 2014 eingeweiht und bildet das zweite Standbein des 162-Betten-Betriebs, neben dem Haus Langmatten. Der Neubau sei zu gross konzipiert worden und belaste die Rechnung, sagt die Mitarbeiterin – unter den Sparmassnahmen leiden offenbar vor allem die Mitarbeitenden: «Auf meiner Abteilung», sagt die Mitarbeiterin zur bz, «arbeiten im Vergleich zu vor zwei Jahren fast 20 Prozent weniger Leute.»

Die bz konnte auch mit einer ehemaligen Mitarbeiterin der Binninger Heime sprechen, die ebenfalls anonym bleiben will. Sie bestätigt die erwähnten Vorwürfe. Sie habe die Missstände nicht mehr mit ihrem Gewissen vereinbaren können und sei heute woanders tätig.

– schreibt die bzbasel.ch am 12.10.2020

Frau Frey darf nicht pflegen

Gerade bei über 50-Jährigen steigt die Arbeitslosigkeit. Renate Frey (58) will sich zur Fachfrau Gesundheit ausbilden lassen. Doch obwohl die Branche dringend Personal sucht, droht der Aargauerin nun der Gang zum Sozialamt.

– schreibt tagesanzeiger.ch am 8.10.2020 (paywall)

Schinderei, Bschiss und Mafiamethoden

Der Beerengigant Beiner + Berther AG aus Landquart GR versteht sich als Vorzeigebetrieb. Und beliefert Coop, Migros, Denner usw. Dabei basiert sein Erfolg auf blutiger Ausbeutung. Im wörtlichen Sinn.

– schreibt workzeitung.ch am 2.10.2020